Timelapse
Mit der Methode des Zeitraffers (Timelapse, Intervallfotografie) ermöglichen wir dem Seher einen beschleunigten Einblick in ein ansonsten sehr gemächliches Schauspiel wie einen Sonnenaufgang oder das Vorüberziehen einer Wolkendecke. Wenn das festzuhaltende Phänomen von langwieriger Dauer ist, fällt die Wahl des Formats bevorzugt auf die Technik der Timelapse.
Erfahrungen
Runterbrechen langer Zeiträume auf kurze, sensationelle Videos
Ideal zum Veranschaulichen langanhaltender Prozesse und Ereignisse
Herausforderung: Wind- und Wetterabhängigkeit, sowie hohe Zeitintensität in Erstellung und Postproduktion
Technik: Canon 1 DX III Canon 5D III, Syrp Genie II programmierbarer Slider, Diverse Pol- und ND-Filter Stative, spezialisierte Timelapse-Software
Mit den Techniken der Timelapse und der Hyperlapse bieten sich in der Videografie Alternativen dar, neben Raum und Ton auch die Zeit als drittes, kreatives Element zu manipulieren.
Dadurch eröffnen sich Aufnahmemöglichkeiten, die in dieser Form im Alltag nicht wahrnehmbar sind und somit für einen außergewöhnlichen Blickfang in jedem Video sorgen. Über einen längeren Zeitraum betrachtet wird so die Darstellung von einer dynamischen Menschenmasse zu einem urbanen Spektakel, oder das ansonsten behäbig anmutende Vorübergleiten mehrerer Wolkenschichten zu einem wahren Schauspiel am Himmel.
Eine weitere, beeindruckende Eigenschaft von Timelapse-Videos erhält man durch das Hinzufügen einer kontrollierten Kamerabewegung. Diese Form der Aufnahme (auch Hyperlapse genannt) ermöglicht durch speziell dafür entwickeltes, programmierbares Equipment das Erzeugen von Parallax-Effekten. Den Aufnahmen wird dadurch eine weitaus
tiefere Bilddimension verliehen, was sie von vergleichbaren Produktionen abhebt.
Was aber spricht für Timelapse-Fotografie und gegen das simple Beschleunigen eines normalen Videos? Einerseits haben die einzelnen Bilder (RAW-Fotos) einer Timelapse-Aufnahme eine wesentlich höhere Auflösung als ein Video und bieten somit in der Postproduktion deutlich mehr Spielraum. Andererseits lässt die Technik der Timelapse-Fotografie dem Videografen jede Freiheit über sämtliche Einstellungsmöglichkeiten während des gesamten Prozesses der Zeitraffer-Aufnahmen. So kann auf Umgebungsveränderungen reagiert werden, ohne dabei den Aufnahmeprozess zu stören.
Dadurch lassen sich beispielsweise Belichtungsstufen ändern, wie es etwa bei Holy Grail Shoots (Übergang von Tag-Nacht/Nacht-Tag) essentiell ist. Die entstandenen Belichtungssprünge in der Bildreihe werden dann durch eine Änderung der Metadaten mit einer eigens dafür entwickelten Software ausgeglichen, um sanfte graduelle Übergänge zu erhalten. Bei einfachen Videos liegt die Abbildung eines derart weitreichenden Dynamikumfangs nicht im Rahmen des Möglichen.
Zu guter Letzt beansprucht die Intervallfotografie einer Timelapse-Arbeit signifikant weniger Speicherplatz als ein die gleiche Zeitspanne abdeckendes Video, was gerade bei umfangreichen Projekten von großem Vorteil ist.
